{"id":138,"date":"2017-03-28T00:51:21","date_gmt":"2017-03-28T00:51:21","guid":{"rendered":"http:\/\/b.civilresilience.net\/?p=138"},"modified":"2021-02-27T19:22:44","modified_gmt":"2021-02-27T19:22:44","slug":"europa-und-die-digitalen-buergerrechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/civilresilience.net\/de\/europa-und-die-digitalen-buergerrechte\/","title":{"rendered":"Europa und die digitalen B\u00fcrgerrechte"},"content":{"rendered":"<figure style=\"width: 700px\"  class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/greensefa\/13105939224\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/digitalcourage.de\/sites\/default\/files\/styles\/medium_scale\/public\/13105939224_6690ec1bd8_k.jpg?itok=kK8_QRHl\" alt=\"The Greens\/EFA EP | CC BY SA 3.0 | https:\/\/www.flickr.com\/photos\/greensefa\/13105939224\" width=\"700\" height=\"343\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">The Greens\/EFA EP | CC BY SA 3.0<\/figcaption><\/figure>\n<p>Anthony Dworkin vom pro-europ\u00e4ischen Thinktank <a href=\"http:\/\/ecfr.eu\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">European Council on Foreign Relations<\/a> betrachtet die Entwicklung nach Snowden aus einer europ\u00e4ischen und politischen Perspektive. F\u00fcr ihn sind sie ein munteres Nebeneinander verschiedener Reaktionen in ganz Europa. Manche L\u00e4nder nehmen \u00dcberwachung nun zwar ernster, doch in anderen ist das Thema bisher weder im Fokus der Medien noch in der Politik wirklich angekommen.<\/p>\n<p>Immerhin in Br\u00fcssel f\u00fchrten Snowdens Enth\u00fcllungen vor einem Jahr zu deutlichen Reaktionen vom Europ\u00e4ischen Parlament und der Kommission. Anschlie\u00dfend haben die Staaten das Thema \u00dcberwachung und Recht auf Privatsph\u00e4re ohne Einbindung der EU-Kommission weiter diskutiert. Der Kommission sei in diesen wichtigen Fragen lediglich die Kompetenz f\u00fcr kommerzielle Regulierungen geblieben. Deshalb versuche sie den Einfluss der amerikanischen Geheimdienste st\u00e4rker zu regulieren. Hintert\u00fcren sollen geschlossen und das allgemeine Datenschutzniveau gehoben werden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ecfr.eu\/publications\/summary\/mass_surveillance_privacy_and_security_europes_confused_response329\">Anthony Dworkin: Surveillance, Privacy, and Security: Europes Confused Response to Snowden European Council on Foreign Relations; Policy Memo 123; January 2015<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Dworkin diagnostiziert, dass aktuell in den meisten EU-L\u00e4ndern der politische Elan f\u00fcr das Thema nachgelassen hat. Auch das EU-Parlament oder die EU-Kommission k\u00f6nnen nur schwer in die Offensive gehen, weil ihr gr\u00f6\u00dftes Faustpfand zur Zeit die Blockade des transatlantischen Freihandelsabkommens ist.<\/p>\n<p>Damit h\u00e4ngt das Thema an den Gerichten. Der Europ\u00e4ische Gerichtshof beispielsweise k\u00f6nnte die Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention sch\u00e4rfer auslegen. Auch der Europarat nimmt sich mit seinen Menschenrechtsbeauftragten dem Recht auf Privatheit verst\u00e4rkt an.<\/p>\n<p>Und langsam sehen auch einige Unternehmen ihr Gesch\u00e4ftsmodell bedroht \u2013 schlie\u00dflich beruht es auf dem Vertrauen der Kunden. Zu den Unternehmen geh\u00f6ren auch Big-Data-Nutzer, die nun ihre Leidenschaft f\u00fcr Verschl\u00fcsselung entdecken. Sie treiben die technologische Entwicklung von Sicherheitsfeatures und deren Verbreitung voran.<\/p>\n<p>Soweit der plausiblen und perspektivenreichen Einordnung. Dworkin fordert darauf, dass auf europ\u00e4ischer Ebene neue Standards gesetzt werden sollen und durch eine \u201eoffene und realistische Debatte\u201c das Verh\u00e4ltnis von Recht auf Privatheit, Sicherheitsinteressen und demokratischer Legitimit\u00e4t wieder ausbalanciert wird. Vordringlich sei auch ein transatlantischer Dialog \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Grenzen von Big Data zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Zivilgesellschaft und der Advocacy f\u00fcr digitale B\u00fcrgerrechte stellen sich hier notwendige Anschlussfragen. So unterscheidet sich der Sicherheitsbegriff der L\u00e4nder deutlich von dem der zivilgesellschaftlichen Akteure. Seit Snowden wei\u00df man, dass es eben nicht bei ein wenig \u00dcberwachung bleibt. Doch wie gro\u00df sind \u00fcberhaupt die Spielr\u00e4ume f\u00fcr Verhandlungen zum Datenschutz, zum Recht an den eigenen Daten und zum Schutz der Privatsph\u00e4re, wenn schon &#8218;ein wenig&#8216; nicht m\u00f6glich ist?<\/p>\n<p>Damit \u00fcberschneiden sich mittlerweile die Interessen von der durch Digitalcourage oder das Netzwerk European Digital Rights (EDRi) vertretenen Minderheit in der Zivilgesellschaft mit denen mancher Lieblingsgegner aus der Wirtschaft.<\/p>\n<ul>\n<li>Dieser Artikel wurde zuerst im Blog von Digitalcourage ver\u00f6ffentlicht.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anthony Dworkin vom pro-europ\u00e4ischen Thinktank European Council on Foreign Relations betrachtet die Entwicklung nach Snowden aus einer europ\u00e4ischen und politischen Perspektive. F\u00fcr ihn sind sie ein munteres Nebeneinander verschiedener Reaktionen in ganz Europa. 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