{"id":622,"date":"2018-09-17T12:13:13","date_gmt":"2018-09-17T12:13:13","guid":{"rendered":"http:\/\/civilresilience.net\/?p=622"},"modified":"2024-01-03T14:56:03","modified_gmt":"2024-01-03T13:56:03","slug":"democratic-resilience-csos-as-key-actors","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/civilresilience.net\/de\/democratic-resilience-csos-as-key-actors\/","title":{"rendered":"Demokratische Resilienz- die Schl\u00fcsselrolle zivilgesellschaftlicher Organisationen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-very-light-gray-background-color has-background\">Zivilgesellschaft und aktive B\u00fcrgerschaft als systemrelevante Aspekte der Demokratie wurden lange idealisiert und viel wurde in ihre Verbreitung investiert. Doch was kann &#8222;die Zivilgesellschaft&#8220; tats\u00e4chlich unter den Vorzeichen von Populismus und autorit\u00e4ren Bedrohungen? Die Schl\u00fcsselakteure f\u00fcr demokratische Resilienz sind bewusste, starke, gemeinwohlorientierte und an politischer Wirkung interessierte unabh\u00e4ngige Organisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letzte Bearbeitung: Januar 2024<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Um 1989 herum, als der Eiserne Vorhang fiel, dachte man \u00fcberall in Europa \u00fcber die Demokratie nach und im Besonderen \u00fcber das Verh\u00e4ltnis des einzelnen B\u00fcrgers zum Staat. In Mittel- und Osteuropa haben Oppositons-Aktivisten wie Adam Michnik bereits in den 80er Jahren \u00fcberlegt, wie Zivilgesellschaft als ein von unten nach oben strukturierter Raum f\u00fcr freies b\u00fcrgerschaftliches Engagement imstande sein kann, die Diktaturen in einer zivilen Weise zu \u00fcberwinden. Aus ihrer Perspektive sind es die B\u00fcrger, die die Gesellschaft konstituieren. Gy\u00f6rgy Konrad formulierte darauf aufbauend eine grenz\u00fcberschreitende Utopie: transsektorale und nationen\u00fcbergreifende Kooperation zwischen den mitteleurop\u00e4ischen Gesellschaften und ihren B\u00fcrgern auf der Basis einer gemeinsamen kulturellen Grundlage und auf der Grundlage des Bewusstseins von Einheit in Vielfalt (was man heute Diversit\u00e4tsbewusstsein nennen w\u00fcrde) (<a rel=\"noopener\" href=\"http:\/\/www.europa.clio-online.de\/quelle\/id\/artikel-3400\" target=\"_blank\">Konrad, 1987<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In den westlichen Teilen Europas war \u00c4hnliches im Kommen, angetrieben von der Idee der B\u00fcrgerbeteiligung als einem notwendigen Korrigendum und einer innovativen Bereicherung der repr\u00e4sentativen Demokratie, etwa im Sinne Barbers (Barber, 1984) oder Habermas&#8216; (Habermas, 1992). Soziale Ver\u00e4nderung kann gemeinsam von uns B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern gegen die Widerst\u00e4nde der Systeme und Strukturen bewirkt werden, das war die Botschaft von Solidarnos\u0107 in Mitteleuropa und von Protestbewegungen und neuen Arten politischer Parteien in Westeuropa.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur gleichen Zeit ver\u00f6ffentlichte Robert Putnam in den USA sein einflussreiches Buch \u201eBowling Alone\u201c. Es stellte die Wichtigkeit von \u201eSozialkapital\u201c f\u00fcr das Funktionieren demokratischer Gesellschaften heraus, gesch\u00f6pft durch das horizontale b\u00fcrgerschaftliche Engagement. Die Idee hinter dem Konzept ist, dass andauerndes Handeln im \u00f6ffentlichen Raum und in Organisationen Menschen hilft, Vertrauen zueinander aufzubauen, was wiederum eine positive Auswirkung auf ihre Bereitschaft habe, miteinander zu kooperieren: <em>\u201eJe gr\u00f6\u00dfer das Vertrauensnivau in einer Gesellschaft, desto wahrscheinlicher ist die Wahrscheinlichkeit von Kooperation\u201c <\/em>(Putnam, 2001, S. 28). Je gr\u00f6\u00dfer und vielf\u00e4ltiger Kooperationen stattfinden, desto mehr soziales Kapital und demokratische Praxis werden sie bereichern. In einem Makroklima von Beteiligungsexperimenten (damals oft &#8222;neues b\u00fcrgerschaftliches Engagement&#8220; genannt),&nbsp; von soziopolitischer Deregulierung und von Internationalisierung wurde das Konzept &#8222;Zivilgesellschaft&#8220;, &#8222;b\u00fcrgerschaftliches Engagement oder &#8222;aktive B\u00fcrgerschaft&#8220; in ganz Europa popul\u00e4r. Politker oder&nbsp;Wissenschaftler erhofften sich ein Betriebssystem-Update f\u00fcr die moderne Gesellschaft. Damit w\u00fcrden neue Akteure auf den Plan treten und Ideen entwickeln, die nicht gefangen in den alten ideologischen Diskussionen sind. Nicht zuletzt durch Zusammenarbeit \u00fcber L\u00e4nder und soziale Grenzen hinweg w\u00fcrde so Neues m\u00f6glich.&nbsp; Selbst-bewusste B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger wurden in diesem Sinne als Innovatoren wahrgenommen. Alain Touraine hat diesen Gedanken in der <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/1999\/49\/199949.touraine_(zwei)a.xml\">Wochenschrift DIE ZEIT 1999<\/a> (Touraine, 1999) in einem &#8222;Loblied auf die Zivilgesellschaft&#8220; verewigt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&nbsp; L\u00e4ngst hat ja die &#8222;nach unten&#8220; orientierte Demokratie eine neue Ebene in der politischen Gesellschaft geschaffen. Nach den Parteien und den Gewerkschaften als den wichtigsten Vertretern von sozialen und Arbeiterrechten entwickelt sich nun eine neue Art von politischem Akteur: die Zivilgesellschaft. Ich meine das Zusammenwirken von Vereinigungen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), meinungsbildenden Bewegungen sowie &#8211; zugegeben &#8211; den Meinungsf\u00fchrern, darunter die Medien, auch wenn ihre Wirkungen des \u00d6fteren eher negativer als positiver Natur sind.&#8220;<\/p>\n<cite>Alain Touraine<br><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auf europ\u00e4ischer Ebene gab es Hoffnung, dass durch Kooperation zwischen B\u00fcrgern und B\u00fcrgergesellschaften das alte geopolitische Denken \u00fcberwunden werden kann \u2013 Zivilgesellschaft als grenz\u00fcberschreitender innereurop\u00e4ischer Akteur. Die Konferenz der Vereinten Nationen \u00fcber Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio oder das Weltsozialforum 2001 in Porto Allegre wurden romantische Symbole f\u00fcr das Potenzial von INGOs, internationalen Nichtregierungsorganisationen.<\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich beschreibt der Terminus Zivilgesellschaft einen sozialen Raum, in dem B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger handeln, sich ausdr\u00fccken und organisieren. Diese Sph\u00e4re des gesellschaftlichen und \u00f6ffentlichen Engagements wird in vielen Konzepten funktional als Dritter Sektor betrachtet, mit dem Staat als erstem und der Wirtschaft als Zweitem Sektor. Wenn man Putnam folgt, sind besonders diejenigen Praktiken und Handlungen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern wichtig f\u00fcr die Demokratie, die durch Kooperation, Austausch und Diskussion <em>Br\u00fccken<\/em> zu anderen Menschen und Organisationen schlagen (\u00fcberbr\u00fcckendes Sozialkapital). So wird demokratische \u00d6ffentlichkeit als ein heterogenes Netz (selbst) konstituiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Des Weiteren ist von Interesse, dass Menschen <em>Bande zueinander<\/em> zu Anderen mit \u00e4hnlichen Interessen, Werten und Vorstellungen kn\u00fcpfen (bindendes Sozialkapital). Zivilgesellschaftliche Organisationen (NGOs) mit&nbsp; geteilten Identit\u00e4tsmerkmalen k\u00f6nnen die Stimme der in ihnen zusammengeschlossenen Einzelnen h\u00f6rbar machen und verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem k\u00f6nnen freie Vereinigungen von B\u00fcrgern nur dann positiv wirksam werden, wenn sie eine <em>Wirkung anstreben und zum Gemeinwohl beitragen<\/em>. Systematisch gesprochen, wenn sie lernen, \u00fcber ihren Tellerrand und ihren gesellschaftlichen Sektor hinaus arbeiten, indem sie ihre Ideen in andere Gruppen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern tragen, ihre Forderungen und Vorschl\u00e4ge in die anderen Sektoren einf\u00fcttern, etwa in die Politik als Lobbygruppe (advocates), als hybride Organisation oder als Aufpasser (watchdogs).<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Vorstellungen der deliberativen Demokratie sollen zivilgesellschaftliche Strukturen \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum bestehen bleiben, aber immer mit dem Ziel, dem <em>Engagement ihrer Mitglieder zu dienen<\/em>. In diesem Sinne ist gesellschaftliches Engagement eines Einzelnen sein aktualisierter Ausdruck seiner \u00dcbereinkunft mit der Demokratie. Aus institutioneller Sicht ist das Engagement ein aktuelles Bild vom Zustand der politischen Kultur (civic culture).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1. Zuversicht in Demokratie, Hoffnung und Vertrauen<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Angesicht antipluralistischer Bedrohungen der Zivilgesellschaft, des \u00f6ffentlichen Raums und der demokratischen Politik, scheinen sich viele der erhofften St\u00e4rken der Zivilgesellschaft nur schwer entfalten zu k\u00f6nnen. Wenn ein Panzer in die Stra\u00dfe abbiegt, verstummen kritische Stimmen (die bittere Erfahrung der B\u00fcrger von Sewastopol oder Istanbul). Wenn F\u00f6rderer kein Interesse an einer Region oder einem Land zeigen, ist ein Vereinsvorstand oft nicht in der Lage, die gemeinn\u00fctzige Arbeit weiterzuf\u00fchren und deren Unterst\u00fctzung zu ersetzen. Wenn politischer Protest aufkommt, kapern ihn die alten Kr\u00e4fte und Neue k\u00f6nnen die Regeln des Spiels kaum in eine andere Richtung ver\u00e4ndern. Oder, auf viele kleinere Orte in Europa schauend, viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger sind skeptisch gegen\u00fcber Demokratie, Vielfalt und Pluralismus, die &#8222;gute Zivilgesellschaft&#8220; steht dort in Konkurrenz zu demokratie- und pluralismusskeptischen Akteur*innen.<\/p>\n\n\n\n<p>All dies ist mit <em>Vertrauen<\/em> verbunden. Ein wichtiger Aspekt ist Zuversicht in die Dauerhaftigkeit von Demokratie und unabh\u00e4ngigen zivilgesellschaftlichen Engagements: Werden andere B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mich unterst\u00fctzen, wenn ich mich \u00f6ffentlich als Demokrat positioniere? Wie gehen NGO-Leute mit meiner Zeit, meinem Vertrauen und meinem Geld um? Wie kann ein Einzelner oder eine kleine Gruppe eine so starke Koalition bauen, die erm\u00f6glicht, in die Politik zu gehen und das System zu ver\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Schl\u00fcsselaspekt demokratischer Resilienz ist die Glaubw\u00fcrdigkeit der Demokratinnen und Demokraten und die F\u00e4higkeit ihrer Organisationen, R\u00e4ume zu schaffen, in denen Vertrauen stabil praktiziert und entwickelt werden kann. V\u00edktor \u00d2rban hat 2018 in seiner Wahlkampagne systematisch versucht, dies zu unterbinden, indem er Misstrauen und Hass verst\u00e4rkte und NGOs als &#8222;Leute der Spekulanten&#8220; bezeichnete, die dem Interesse des internationalen Finanzkapitals dienten (<a href=\"http:\/\/cz.boell.org\/en\/2018\/05\/28\/civic-strategies-against-governmental-populism-and-hate-campaigns\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">E\u00f6tv\u00f6s K\u00e1roly Institute<\/a>, 2018). <\/p>\n\n\n\n<p>Orte und Organisationen mit hohem Vertrauen und hoher zugeschriebener Vertrauensw\u00fcrdigkeit scheinen der autorit\u00e4ren Bedrohung leichter widerstehen zu k\u00f6nnen und in der Lage zu sein, zivilere und demokratische Konfigurationen zu bewahren oder herbeizuf\u00fchren. Das kann demnach auch gleich eine grobe Definition von Demokratischer Resilienz sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Ein Schl\u00fcsselaspekt demokratischer Resilienz ist die Glaubw\u00fcrdigkeit der Demokratinnen und Demokraten und die F\u00e4higkeit ihrer Organisationen, R\u00e4ume zu schaffen, in denen Vertrauen stabil praktiziert und entwickelt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist leichter gesagt als getan. Denn das Grundproblem von <em>generalisiertem Vertrauen<\/em> (generalized trust) ist, das wir Vertrauen \u00fcber pers\u00f6nliche soziale Beziehungen aufbauen. Aber in einer Gesellschaft sind Gruppen und Kommunikation&nbsp; zu gro\u00df und komplex, dass die Menschen dies erfolgreich tun k\u00f6nnen. Gleichzeitig ist \u201e<em>das Individuum aber permanent gen\u00f6tigt [..] gegenw\u00e4rtig Entscheidungen zu treffen, die mit dem zuk\u00fcnftigen Handeln von Fremden rechnen m\u00fcssen\u201c<\/em> (Fuchs et al., 2002, S. 429). Vertrauen wird so von Vertrautheit oder Intimit\u00e4t unterscheidbar. Aber wie kann Glaubw\u00fcrdigkeit ohne Vertrautheit erzeugt werden? <\/p>\n\n\n\n<p>Eine Antwort ist, indem man <em>freie zivilgesellschaftliche Organisationen<\/em> schafft. Nach Offe ist ihre gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke, dass sie Einzelnen helfen, Vertrauen zu Unbekannten aufbauen zu k\u00f6nnen, die ebenfalls unter dem Dach einer Organisation zusammengeschlossen. Offe argumentiert mit den speziellen Erwartungen an Wahrheit und Moral, die in einer Organisation gelten sollen:<em> \u201cInstitutionen generalisieren Vertrauen in dem Ma\u00dfe, in dem sie ihre Mitglieder zur Tugend des Wahrheit-Sagens verpflichten, und in dem Ma\u00dfe, in dem sie Verletzungen dieser Regeln kontrollieren und effektiv entdecken (zielgerichtete wie &#8218;l\u00fcgen&#8216; oder unabsichtliche wie &#8218;irren&#8216;)\u201d<\/em> (Offe,1999, p. 73). In ihrem Handeln beglaubigen Organisationen dies in beide Richtungen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201dWir vertrauen unseren Mitb\u00fcrgern (oder in diesem Sinn Mitmenschen) weil wir erheblichen institutionellen Raum mit einer ausreichend starken Bedeutung miteinander teilen. Die \u00fcberwiegende Zahl der &#8222;Fremden&#8220; unter meinen Mitb\u00fcrgern wird so glaubw\u00fcrdig, weil ich voraussetze, dass sie diese Bedeutung auch anerkennen.\u201c<\/p>\n<cite>Offe, 1999, S. 75<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Vertrauen wird au\u00dferdem m\u00f6glich, wenn man es praktiziert. Wenn <em>Vertrauen ein Verhalten ist<\/em>, bedeutet das, dass es auch an jeder und jedem&nbsp;Einzelnen liegt, wie hoch das gesellschaftliche Vertrauensniveau ist. Aktives Vertrauen unterscheidet sich von Hoffnung oder Zuversicht. Hoffnung ist eine passive Haltung (Sztompka, 1999, S. 24). Zuversicht ist ebenfalls eine \u2013 etwas begr\u00fcndetere und rationalere \u2013 PAssivhaltung: <em>\u201eWeil man bei Zuversicht (confidence) nicht aktiv einbezogen ist&nbsp; [..], kann man Entt\u00e4uschungen auf andere abw\u00e4lzen, auf das Regime, das System, die Propaganda, die falsche Information, die get\u00fcrkten Beweise und so weiter, nur nicht auf einen selbst.\u201c<\/em> Auch Luhmann unterscheidet Vertrauen, Hoffnung und Zuversicht dadurch, <em>\u201eob die M\u00f6glichkeit einer Entt\u00e4uschung von unserem eigenen fr\u00fcheren Verhalten abh\u00e4ngt oder nicht\u201c <\/em>(Luhmann, 2001, S. 149).<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Wenn Vertrauen auf eigenem Handeln gr\u00fcndet, kann man Vertrauen bef\u00f6rdern. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Vertrauen aus aktivem Verhalten entsteht, k\u00f6nnen wir es lernen und verlernen. Deshalb sollten NGOs bewusst sein, wie ihre Arbeit und ihre Kultur Vertrauensbildung erm\u00f6glichen, zum Beispiel durch Mitgestaltungsm\u00f6glichkeiten, geteilte Entscheidungen, transparente Machtaus\u00fcbung. Eine gro\u00dfe Herausforderung scheint das Bewusstsein f\u00fcr soziale Vielfalt zu sein und die institutionelle F\u00e4higkeit, konstruktiven und inklusiven Umgang mit Vielfalt zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuellen Debatten \u00fcber Populismus, Radikalisierung und&nbsp;Vertrauensverfall zeigen gleichzeitig, dass Vertrauensmangel nicht das Problem Einzelner ist. Vertrauen hat eine systemische Dimension. Bekannterweise ist ein bekanntes Paradoxon der Demokratie, dass Vertrauen in einer Dichotomie zwischen Vertrauen und Misstrauen entsteht. Auch Misstrauen kann so als eine systemrelevante F\u00e4higkeit wahrgenommen werden, als F\u00e4higkeit zum kritischen Denken, um die Glaubw\u00fcrdigkeit anderer Akteure besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen. <em>\u201eVertrauen erscheint in seinem Kern als das Ergebnis erfolgreich unbeachteten Misstrauens und dies f\u00fchrt zu einer politisch-konstitutionellen Ordnung, in der Vertrauensw\u00fcrdigkeit auf der Multiplikation von M\u00f6glichkeiten f\u00fcr effektives Misstrauen gr\u00fcndet\u201c<\/em> (Schmalz-Bruns, 2002, S.11). B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger und ihre Organisationen sollten sich der Notwendigkeit einer solchen Balance bewusster sein. Sie sollten populistische Rezepte mit der gleichen kritischen Haltung betrachten wie Populisten die Politik der &#8222;Anderen&#8220; als &#8222;zu komplex&#8220; kritisieren. Organisationen k\u00f6nnen sowohl Anreize zu Kooperation und f\u00fcr eine prinzipiell vertraunsbereite Haltung geben, als auch kritisches Denken f\u00f6rdern. Nur in diesem Zusammenspiel entsteht die F\u00e4higkeit von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgen zum kompetenten Umgang mit dem Demokratieparadoxon.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Zweifel gewinnen Populisten Unterst\u00fctzung in ganz Europa. Sie leugnen die Notwendigkeit des Vorhandenseins solcher ausbalancierten Vertrauens-Misstrauens-Mechanismen, so wie sie auch alle anderen Komplexit\u00e4t ignorieren m\u00fcssen. Stattdessen repersonalisieren sie k\u00fcnstlich die Vertrauensbeziehungen. <em>\u201ePopulismus hat zuerst mit einer Repersonalisierung der Politik zu tun. Das Vertrauen in die Anf\u00fchrer basiert nicht auf deren Liste gehaltener und gebrochener Versprechen, nicht auf ihren Programmen und den Eingrenzungen und M\u00f6glichkeiten ihrer \u00c4mter, sondern auf ihrem pers\u00f6nlichen Stil, der Erscheinung, ihrer Medienkompetenz und ihres Rufs[&#8230;]\u201c<\/em> (Offe, 1999, S. 77). Selten scheinen sie jedoch ausreichende Antworten auf komplexere Problemlagen bieten zu k\u00f6nnen au\u00dferdem haben sie ein Problem, mit anderen Dialoge f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Sie kompensieren systemisches Begreifen mit Dezisionismus, mit feindseliger Mobilisierung von B\u00fcrgern oder, durch einen k\u00fcnstlich imaginierten Ausnahmezustand, etwa durch anhaltende Kampagnen gegen verschiedene \u00e4u\u00dfere und innere Feinde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Populisten simulieren eine Vertrauensbeziehung zum Volk durch Re-Personalisierung. Demokratische Organisationen schaffen Vertrauen durch demokratisches Handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Demzufolge k\u00f6nnen und m\u00fcssen NGOs als demokratische und glaubw\u00fcrdige Alternativen \u00fcberzeugen. Statt sich abzuschotten, auf andere und ihre Impulse reagieren, Offenheit praktizieren und Dritten zeigen, wie bei ihnen eine zivilere Kultur des Zusammenlebens gelebt&nbsp;wird. Friedlich in der Wahl ihrer Methoden, offen f\u00fcr Dialog aber entschieden in ihrer Zivilcourage, die wichtigen gesellschaftlichen Fragen auf den Tisch zu bringen, im Sinne &#8222;robuster Zivilit\u00e4t&#8220;. Zivilit\u00e4t so verstanden verzichtet darauf die W\u00fcrde und die Rechte Anderer zu beeintr\u00e4chtigen, ist tolerant genug gegen\u00fcber der freien Meinungs\u00e4u\u00dferung, besonders der von weniger einflussreichen und peripheren Gruppen, und erkennt einen besonderen Freiheitsrahmen f\u00fcr Kunst und Humor an (Garton Ash, 2016).<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">2. Demokratische Resilienz<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Selbstorganisation der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger spielt in dieser Konzeption eine grundlegende Rolle \u2013 Regierungen werden abgel\u00f6st, der &#8222;soziale Kitt&#8220; und das Sozialkapital, das von demokratisch handelnden B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern erzeugt wird, bleiben. Deren Interaktionen helfen uns, eine stabile demokratische politische Kultur zu schaffen Um diese zu erreichen, m\u00fcssen wir die <em>Erfolgsbedingungen f\u00fcr das kollektive Self-Empowerment von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern<\/em> durch zivilgesellschaftliche Organisationen untersuchen. Wom\u00f6glich m\u00fcssen wir noch einen Schritt weitergehen. Wenn die soziale Situation&nbsp; und die Bedingungen f\u00fcr ihre freie Arbeit h\u00e4rter werden, sollte eine kr\u00e4ftige und selbstbewusste Zivilgesellschaft in der Lage sein, ein unfriedliches, antipluralistisches, weniger demokratisches Klima gesellschaftsweit in Richtung Pluralismus, Demokratie und Rechtsstaat zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Systemebene haben zivilgesellschaftliche Akteure demnach die Aufgabe, die politische Kultur mitzugestalten. Politische Kultur verstehen wir dabei als &#8222;civic culture&#8220;<em> <\/em>(vgl. Almond\/Verba, 1963, S. 12). So beschreibt politische Kultur die mentale Karte einer Gesellschaft bez\u00fcglich der Idee der aktiven B\u00fcrgerschaft: <em>\u201c[&#8230;]Die Traditionen einer Gesellschaft, der Geist ihrer \u00f6ffentlichen Institutionen, die Leidenschaften und das gemeinsame Diskutieren und Nachdenken ihrer B\u00fcrger sowie der Stil und die Handlungsnormen ihrer Anf\u00fchrenden sind nicht zuf\u00e4llige Produkte historischer Erfahrung, sondern passen zusammen als Teil eines bedeutenden Ganzen und konstituieren ein verst\u00e4ndliches Beziehungsnetz\u201d<\/em> (Pye\/Verba, 1972, S. 7). Demokratische Resilienz ist die F\u00e4higkeit diese&nbsp; Karte mitzugestalten und zu ver\u00e4ndern, besonders die Art und Weise zu pr\u00e4gen, wie sich Werte und Haltungen in Prozeduren, Stilen oder Narrativen widerspiegeln. Deswegen benutzen wir nicht den Begriff &#8222;politische Resilienz&#8220;. Im Englischen referiert &#8222;civil resilience&#8220; auf die F\u00e4higkeit der Zivilgesellschaft und ihrer Akteure und ihr Verh\u00e4ltnis zu Staat und Politik.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgehend von den Vor\u00fcberlegungen k\u00f6nnte man Civil Resilience als ein Indikatorenset zur Beschreibung politischer Kultur ansehen. Aus der Sicht einzelner Organisationen beschreibt Civil Resilience deren F\u00e4higkeiten, demokratische Prinzipien, Prozesse und Haltungen zu teilen und aufzunehmen sowie auf \u00e4u\u00dfere Ver\u00e4nderungen in ihrem Sinne zu antworten. Bezogen auf Einzelne wird demokratische Resilienz insbesondere im sie umgebenden Netz demokratischer Zivilgesellschaft erworben und ausgebaut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Demokratische Resilienz beschreibt die F\u00e4higkeiten einer Organisation, demo\u00adkra\u00ad\u00adtische Prinzipien, Prozesse und Haltungen in einem Umfeld gesell\u00ad\u00adschaftlicher Ver\u00e4n\u00adderung aufzunehmen und zu teilen. Sie dr\u00fcckt aus, wie eine Organisation die politische Kultur mitgestaltet.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Zivil<\/em> referenziert auf denjenigen, die f\u00fcr die Initiierung sozialer Ver\u00e4nderung zust\u00e4ndig sind. Au\u00dferdem beschreibt der Terminus die Art, wie Diskussionen, Verhandlungen und Streite durchgef\u00fchrt werden. NGOs tragen zu Fairness, Frieden, Gewaltfreiheit, Beteiligung und kollektiver L\u00f6sungsorientierung bei.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Resilienz<\/em> beschreibt die F\u00e4higkeit von Organisationen, sich neuen Bedingungen anzupassen, Widerstandskraft zu entwickeln, ihr Denken durch \u00dcberdenken ihrer Erfahrungen zu erneuern, katalysiert durch externe Impulse. Dies umfasst <em>Widerstandsf\u00e4higkeit<\/em> (persistence), <em>Anpassungsf\u00e4higkeit<\/em> (adaptibility), sowie  durch eine klare Theory of Change getragene <em>Kraft und Wille zur Ver\u00e4nderung<\/em> (transformability).<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Resilience thinking incorporates the dynamic interplay of persistence, adaptability and transformability across multiple scales and multiple attractors in socio-ecologic systems.&#8220;<\/p>\n<cite>Folke et al., 2010, S. 7<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Widerstand oder Kooperation &#8211; eine Frage der konstruktiven Haltung<\/h3>\n\n\n\n<p>Inwieweit sollen zivilgesellschaftliche Organisationen Opposition, Partner f\u00fcr Ver\u00e4nderung oder sogar Teile des Herrschaftsapparats sein? Diese Frage wird lebhaft und entschieden diskutiert und ihre konkrete Beantwortung beeinflusst die gesellschaftliche Wirkung einer Organisation sehr. Oft einigen sich die Akteure auf eine kritische Haltung zu Macht. Damit dr\u00fccken sie ihr Interesse aus, m\u00f6glichst nicht Gewalt \u00fcber andere auszu\u00fcben, also \u00fcber andere gegen deren Interessen und Willen bestimmen zu wollen. Diese Haltung ger\u00e4t schnell in Konflikt mit dem Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Wirkung, denn diese selbst kann auch als Versuch interpretiert werden, m\u00e4chtig werden zu wollen, weil einflussreich. Zudem ist es gerade das Ziel vieler Organisationen Missst\u00e4nde zu beheben, f\u00fcr die politische Akteure verantwortlich gemacht werden. Ver\u00e4nderung kann in diesem Sinne aber nur durch andere oder ver\u00e4nderte politische Akteure erfolgen, zu denen dann idealerweise auch die eigenen Leute geh\u00f6ren. Macht und Einfluss spielen sowohl auf der Zielebene eine Rolle und sie sind Aspekte, die die Akteurslandschaft der Zivilgesellschaft wesentlich strukturieren, auch wenn die Struktur der zivilgesellschaftlichen Karte eher horizontal als ein Netzwerkdiagramm dargestellt w\u00fcrde und nicht in Form eines hierarchischen Organigramms. <\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne kann man annehmen, dass diejenigen mit viel sozialem, kulturellen und wirtschaftlichen Kapital ohnehin Macht aus\u00fcben. Des Weiteren beinhaltet die Idee aktiver B\u00fcrgerschaft den Ansatz des Empowerments, der Bef\u00e4higung Einzelner und Gruppen, sich zu Macht selbstbestimmt zu verhalten. So verl\u00e4uft die Trennlinie zwischen m\u00e4chtig und machtlos nicht notwendigerweise zwischen Staat und Zivilgesellschaft oder zwischen Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die schwierige und oft nicht transparente Allokation von Macht ist aus demokratischer Sicht ein Auftrag an NGOs, sich um Transparent und Fairness zu bem\u00fchen und ihre Macht und M\u00f6glichkeiten reflektiert zu nutzen. Aus dieser Perspektive haben auch Parteien eine Wirkung in die Zivilgesellschaft, wenn man sie als hybride Organisationen mit einer von Mitgliedern getragenen inneren Kultur betrachtet, weil sie die W\u00fcnsche und Interessen von B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern in Staat und Regierung einspeisen. Macht und Einfluss sind notwendige Ziele von auf soziale Ver\u00e4nderung orientierten zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ihre legitime Aus\u00fcbung ist an demokratische Prinzipien gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-large-font-size\">Macht und Einfluss sind notwendige Ziele von auf soziale Ver\u00e4nderung orientierten zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ihre legitime Aus\u00fcbung ist an demokratische Prinzipien gebunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite gibt es viele Beispiele daf\u00fcr, dass Innovation, Alternativen und neue demokratische Praktiken aus einer Haltung der grunds\u00e4tzlichen Opposition heraus g\u00e4ren. Umso mehr, wenn politische Macht die Zivilgesellschaft und den \u00f6ffentlichen Raum \u00fcberformen (Putnam erw\u00e4hnt das italienische Beispiel, Michnik das polnische) (Michnik, 2000).<\/p>\n\n\n\n<p>Dies anerkennend stellt sich dennoch f\u00fcr jede Opposition die Frage, wie sie die Gesellschaft ver\u00e4ndern wollen und wie sie vermeiden, dass man einen Zustand der Schlie\u00dfung gegen\u00fcber der Welt verfestigt. Wenn diese Haltung \u00fcberhand nimmt, verlieren Organisationen ihre Bindungen an die Gesellschaft und zu m\u00f6glichen Kooperationspartnern, manche sind dann eher Gemeinschaften von Gl\u00e4ubigen als Orte f\u00fcr engagierte Ver\u00e4nderung. Der polnische Oppositionelle und sp\u00e4tere Au\u00dfenminister seines Landes, W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski, bringt es auf den Punkt:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eEin untrennbares Element der Demokratie ist der Wille zur Verst\u00e4ndigung \u2013 in anderen Worten, Dialogbereitschaft.\u201c <\/p><cite>W\u0142adys\u0142aw Bartoszewski<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">3. Was Organisationen stark macht<\/h2>\n\n\n\n<p>Was sind die relevanten Resilienzf\u00e4higkeiten zivilgesellschaftlicher Organisationen? Der folgende \u00dcberblick soll sie \u2013 nicht abschlie\u00dfend \u2013 benennen und als Beginn systematischeren Aufsp\u00fcrens der Gelingensbedingungen f\u00fcr demokratische resilienz verstanden werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"826\" src=\"http:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-849\" srcset=\"https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz.png 1200w, https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz-400x275.png 400w, https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz-768x529.png 768w, https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz-700x482.png 700w, https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/demokratischeresilienz-800x551.png 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vertrauen &#038; Vertrauensw\u00fcrdigkeit<\/h3>\n\n\n\n<p>Organisationen bieten Menschen M\u00f6glichkeiten zur Vertrauensbildung gegen\u00fcber anderen und sie bezeugen dies mit ihrer (nach innen und nach au\u00dfen wahrnehmbaren) Glaubw\u00fcrdigkeit. Ein Netz von glaubw\u00fcrdigen Organisationen konstituiert die demokratische Sph\u00e4re. Mit Vertrauen ausgestattet mobilisieren und generieren sie soziales Vertrauen durch verschiedene Balanceakte: Zwischen Kooperation und Wettbewerb, zwischen der Bindung ihrer Mitglieder und dem Bauen von Br\u00fccken zu anderen gesellschaftlichen Gruppen. Diese Balancen machen Vertrauen stabil. Deshalb sind neben einer ansprechenden, mitnehmenden und integrierenden Organisationskultur  Transparenz, Verantwortungsbewusstsein und Rechenschaft unentbehrlich. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Systemisches &#038; politisches Verst\u00e4ndnis<\/h3>\n\n\n\n<p>Soziales Leben ist die Interaktion zwischen verschiedenen Sph\u00e4ren, Logiken und Organisationen. NGOs mit dem Ziel, Wirkung in der&nbsp;Gesellschaft zu erreichen, schauen auf ihre Ziele aus der Makroperspektive und auf ihren Beitrag zur Erreichung eines gr\u00f6\u00dferen gesellschaftlichen Ziels. <em>Systemisches Denken<\/em> beinhaltet hier auch die F\u00e4higkeit, auf die grundlegenden Herausforderungen der Demokratie und des Staats mit eigenem Verhalten nach au\u00dfen und innen zu reagieren, etwa zu: Rechtsstaatlichkeit, Korruption, Fairness oder Solidarit\u00e4t. Eine wichtige Voraussetzung ist insbesondere politisches Verst\u00e4ndnis und eine Begr\u00fcndung der eigenen Position zu den grundlegenden ethisch-sozialen-\u00f6konomischen Leitideen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Robuste Zivilit\u00e4t<\/h3>\n\n\n\n<p>Konstruktivit\u00e4t, Menschlichkeit, Vielfalt und demokratische Spielregeln ben\u00f6tigt man in guten und schlechten Zeiten. Robuste Zivilit\u00e4t (robust civility) ist die F\u00e4higkeit zu Redefreiheit, zum konstruktiven und friedlichen Engagement in Konflikten, sowie die F\u00e4higkeit diese als Prinzipien zu etablieren &#8211; oder wieder zu etablieren. <em>Robust<\/em> meint die Tugend, Toleranz praktizieren zu k\u00f6nnen und Zumutungen aushalten zu k\u00f6nnen, <em>Zivilit\u00e4t<\/em> betont die Notwendigkeit, faire und demokratische Spielregeln der freien Rede durchsetzen. Auch konkrete Praktiken zur Verhinderung von Verletzungen der Redefreiheit und Handlungen zur Verst\u00e4rkung der Sprechf\u00e4higkeit marginalisierter Gruppen z\u00e4hlen hierzu (wie die F\u00e4higkeit zu Demonstration, Protest oder zivilem Ungehorsam).<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Inklusion &#038; Demokratisierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Repr\u00e4sentation und Beteiligung entsteht wird durch offene Experimentalr\u00e4ume f\u00fcr individuelles Engagement gef\u00f6rdert. Inklusiv orientierte Organisationen praktizieren gerechte und partizipative Entscheidungs- und F\u00fchrungsmodelle und bieten Orte an, in denen mitreden, mitgestalten und mitentscheiden erlernt werden k\u00f6nnen. Sie kombinieren eine diversit\u00e4tsbewusste Haltung mit demokratischen inneren Standards wie Responsivit\u00e4t, Transparenz oder klarer und legitimierter Verantwortung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gemeinsame Wirkung als demokratische Commoners<\/h3>\n\n\n\n<p>Um gemeinsame Ressourcen herum entstehen gemeinsame R\u00e4ume, das ist eine Erkenntnis, die der Idee der Commons zu Grunde liegt. Wenn Organisationen sich als demokratische Commoners betrachten, tragen sie zu neuen Gemeing\u00fctern bei, erh\u00f6hen ihre Wirkung und entwickeln ihre Kooperationsf\u00e4higkeit. Die Basis f\u00fcr gemeinsame Wirkung wird durch offenen Zugang gelegt, die Suche nach Win-Win-M\u00f6glichkeiten, durch B\u00fcndnisse, cross-sektorale Kompetenz und durch die F\u00e4higkeit einzelner Organisationen, als R\u00fcckgrat oder Plattform f\u00fcr gemeinsame Anstrengungen zu fungieren.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kommunikation<\/h3>\n\n\n\n<p>Besonders in autorit\u00e4ren Umgebungen m\u00fcssen zivilgesellschaftliche Organisationen medien\u00fcbergreifend kommunizieren, Kapagnenf\u00e4higkeit erwerben, Negativkampagnen und fake news bek\u00e4mpfen. Kommunikation umfasst die Summe von Kommunikation, Verhalten und Design. Diese gestalten Beziehungen nach innen und nach au\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl sehr viele Organisationen nicht explizit mit politischen Themen&nbsp; und demokratischen Anliegen verbunden sind, sollten sie sich dennoch bewusst zu ihnen verhalten. Etwa klar darlegen, mit welcher Theory of Change sie demokratische Ver\u00e4nderung in ihrem Umfeld und dar\u00fcber hinaus sie anstreben. <\/p>\n\n\n\n<p>Resiliente Organisationen verbinden innere und \u00e4u\u00dfere Offenheit mit einem Blick auf die gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4nge. Demokratische Resilienz ist eine Gegenstrategie gegen das, was die Analystin Orysia Lutsevich f\u00fcr die Ukraine, Moldova und Georgien diagnostizierte: <em>&#8222;B\u00fcrger sind in weiten Teilen von \u00f6ffentlicher Deliberation \u00fcber wichtige Angelegenheiten isoliert, denn die lokalen NGOs haben sehr wenig F\u00e4higkeit ihnen dabei zu helfen, Meinungen zu bilden oder die Politik, die sie betrifft, zu beeinflussen. Westlich finanzierte Organisationen sind nicht gesellschaftlich verankert und schaffen eine Art \u2018NGOkratie\u2019&#8220; <\/em>(Lutsevich, 2013, S.4). <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">4. Empowerment und Lernen<\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Demokratische Resilienz die F\u00e4higkeit zu aktivem, selbstbestimmten, demokratisch gesinnten gemeinsamen Handeln ist, kann sie auf der pers\u00f6nlichen Ebene als F\u00e4higkeit beschrieben werden, als Civic Competence oder Demokratische Kompetenz.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Demokratische Kompetenz ist die F\u00e4higkeit relevante psychologische Ressourcen (speziell Werte, Haltungen, praktische F\u00e4higkeiten, Wissen und\/oder Verst\u00e4ndnis) zu mobiliseren und zu nutzen, um angemessen und effektiv auf die Anforderungen, Herausforderungen und M\u00f6glichkeiten demokratischer Situationen zu reagieren.&#8220;<\/p>\n<cite>Europarat, 2018, S. 32<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Ausgangspunkt ist die <em>Erm\u00e4chtigung und Bef\u00e4higung<\/em> einzelner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, sich \u00f6ffentlich einzubringen und mitzuentscheiden. Empowerment ist ein Prozess der Vermittlung und Aneignung von F\u00e4higkeiten zum erfolgreichen \u00f6ffentlichen Handeln, zur kooperativen Selbstorganisation und zum Einbringen in Entscheidungsprozesse (<a href=\"http:\/\/competendo.net\/en\/Empowerment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Competendo<\/a>). Es stellt folgende Fragen in den Fokus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie gewinnst man Einfluss?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie nutzt man Macht?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie gestaltet man Machtbeziehungen?<\/li>\n\n\n\n<li>Wie kannst man gesellschaftlich relevante Diskurse und Entscheidungen beeinflussen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Aspekt des Empowerments ist <em>Vorstellungskraft<\/em>, Visionen entwickeln, geistige Antworten auf Herausforderungen finden,&nbsp;individuelle und Gruppenkreativit\u00e4t nutzen (Zimmermann, Leondieva &#038; Gawinek-Dagargulia, 2018). Organisationen k\u00f6nnen Orte f\u00fcr Visionieren und Nachdenken und das Kreieren sein, vor allem, indem sie Platz f\u00fcr Initiative und aktives Engagement bieten (Bacigalupo et al. 2016).<\/p>\n\n\n\n<p>Organisationen sind informelle oder non-formale Lernorte. Im Sinne der Autorinnen und Autoren der Kompetenzen f\u00fcr eine demokratische Kultur des Europarats sind Organisationen als unterst\u00fctzende Strukturen eine Grundlage f\u00fcr demokratisches Handeln: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wenn demokratische Institutionen sich nicht ohne eine begleitende demokratische Kultur selbst erhalten, ist es ebenfalls so, dass eine demokratische Kultur und interkultureller Dialog sich nicht ohne angemessen konfigurierte Institutionen aufrecht erhalten.&#8220;<\/p>\n<cite>Europarat, 2018, S. 27<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Dem folgend sollten sich Anbieter und P\u00e4dagogen demokratiebezogener und politischer Bildung mehr mit den institutionellen Grundlagen aktiver B\u00fcrgerschaft besch\u00e4ftigen. Zum Beispiel auch \u00fcber Kooperation mit bestehenden Organisationen, durch die arbeit an den demokratischen handlungskompetenzen ihrer Adressaten, oder auch, indem sie Organisationen dabei unterst\u00fctzen, sich als demokratische Lernr\u00e4ume zu entwickeln, bzw. diesen Aspekt ihrer Organisation auszubauen. Idealerweise behandeln Organisationen ihre Mitglieder oder inneren Teile ja als Partner und nicht als Klienten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Aspekt, den die Autoren des Europarats ansprachen, geht auf die zunehmende Notwendigkeit ein, mit gesellschaftlicher Diversit\u00e4t umzugehen: <em>&#8222;In kulturell diversen Gesellschaften ben\u00f6tigt eine bl\u00fchende Demokratie: eine Regierung und Institutionen, die die Perspektiven der Mehrheit aufnehmen w\u00e4hrend sie Minderheitenrechte, eine demokratische Kultur, interkulturellen Dialog, Respekt f\u00fcr die W\u00fcrde und Rechte Anderer und Instititionen zum Schutze der Menschenrechte und der b\u00fcrgerlichen Freiheiten Aller anerkennen.&#8220; <\/em>(Europarat, S. 24f.). In diesem Sinne sind NGOs Lernorte f\u00fcr Diversit\u00e4t und Orte, in denen soziale und kulturelle Vielfalt in einer Form aufgenommen wird, dass dies zu geteilten L\u00f6sungen und Institutionen f\u00fchrt. Daneben stehen Diversit\u00e4t und Kreativit\u00e4t in einem direkten Verh\u00e4ltnis \u2013 um das kreative Potenzial, das in Vielfalt steckt, zu erschlie\u00dfen, muss Diversit\u00e4tsbewusstsein aufgebaut werden und Diversit\u00e4t als Ressource anerkannt werden (Zimmermann, Leondieva, Gawinek-Dagargulia, 2018, S. 53). <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"427\" height=\"601\" src=\"http:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DARE-BLUE-LINES_STEPS-COVER-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1203\" srcset=\"https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DARE-BLUE-LINES_STEPS-COVER-.jpg 427w, https:\/\/civilresilience.net\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DARE-BLUE-LINES_STEPS-COVER--284x400.jpg 284w\" sizes=\"auto, (max-width: 427px) 100vw, 427px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dieser Artikel ist in ver\u00e4nderter Form erschienen als: &#8222;Democratic Resilience and Civic Education&#8220; ver\u00f6ffentlicht in:<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\" (opens in a new tab)\" href=\"http:\/\/dare-network.eu\/new-publication-steps-survival-toolkit-for-edc-in-post-factual-societies\/\" target=\"_blank\"> STEPS-Survival Toolkit for EDC in Post-factual Societies<\/a>, des europ\u00e4ischen Netzwerks DARE &#8211; Democracy and Human Rights Education in Europe.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Referenzen<\/h2>\n\n\n\n<p>ALMOND, G. A.; VERBA, S. (1963). The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in Five Nations, Princeton 1963<\/p>\n\n\n\n<p>BARBER, B. B. (1984). Strong Democracy: Participatory Politics for a New Age; London;<\/p>\n\n\n\n<p>BACIGALUPO, M.; KAMPYLIS, P.; PUNIE, Y.; VAN DEN BRANDE, G (2016). EntreComp: The Entrepreneurship Competence Framework. Luxembourg: Publication Office of the European Union; EUR 27939 EN; <a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2791\/593884\">http:\/\/dx.<\/a><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2791\/593884\">doi<\/a><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2791\/593884\">.org\/<\/a><a href=\"http:\/\/dx.doi.org\/10.2791\/593884\">10.2791\/593884<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>COMPETENDO \u2013 Tools for Facilitators <a href=\"http:\/\/www.competendo.net\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.competendo.net<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>COUNCIL OF EUROPE (2018). <a rel=\"noopener\" href=\"http:\/\/%20https:\/\/www.coe.int\/en\/web\/education\/competences-for-democratic-culture\" target=\"_blank\">Reference Framework of Competences for Democratic Culture; Volume 1 Context, concepts and model<\/a>; ISBN 978-92-871-8573-0; Strasbourg;<\/p>\n\n\n\n<p>E\u00d6TV\u00d6S K\u00c1ROLY INSTITUTE\/HEINRICH-B\u00d6LL-STIFTUNG (2018). <a href=\"http:\/\/cz.boell.org\/en\/2018\/05\/28\/civic-strategies-against-governmental-populism-and-hate-campaigns\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Civic Strategies Against Governmental Populism and Hate Campaigns<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>FOLKE, C., CARPENTER, S. 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(2001). \u201eVertrautheit, Zuversicht, Vertrauen: Probleme und Alternativen; in Martin Hart\u00admann, Claus Offe (Hg.): Vertrauen &#8211; Die Grundlage des sozialen Zusammenhalts; Frankfurt\/Main<\/p>\n\n\n\n<p>LUTSEVICH, O. (2013). &#8222;<a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/public\/Research\/Russia%20and%20Eurasia\/0113bp_lutsevych.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">How to Finish a Revolution: Civil Society and Democracy in Ge<\/a><a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/public\/Research\/Russia%20and%20Eurasia\/0113bp_lutsevych.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">o<\/a><a href=\"https:\/\/www.chathamhouse.org\/sites\/default\/files\/public\/Research\/Russia%20and%20Eurasia\/0113bp_lutsevych.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">rgia, Moldova and Ukraine<\/a>&#8222;, Chatham, London<\/p>\n\n\n\n<p>MICHNIK, A. (2000). <a href=\"https:\/\/www.journalofdemocracy.org\/articles\/reflections-on-the-collapse-of-communism\/\">Reflections on the Collapse of Communism<\/a>. <em>Journal of Democracy<\/em>, <em>11<\/em>(1), 119-126.<\/p>\n\n\n\n<p>OFFE, C. (1999). How can we trust our fellow citizens? In: Warren, Mark E. (ed.). Democracy and Trust. Cambridge<\/p>\n\n\n\n<p>PUTNAM, \u0002R. D. (2001). Gesellschaft und Gemeinsinn, G\u00fctersloh<\/p>\n\n\n\n<p>PYE, L. W.; VERBA, S. (Hg.) (1972). Political Culture and Political Development; Princeton, 1972 (2. Auflage)<\/p>\n\n\n\n<p>SCHMALZ-BRUNS, R. (2002). Vertrauen in Vertrauen? Ein konzeptueller Aufriss des Verh\u00e4ltnisses von Politik und Vertrauen; in: Rainer Schmalz-Bruns \/Reinhard Zintl (Hg.): Politisches Vertrauen \u2013 Soziale Grundlagen reflexiver Kooperation; Baden Baden<\/p>\n\n\n\n<p>SZTOMPKA, P. (1999). Trust. A sociological Theory, Cambridge<\/p>\n\n\n\n<p>TOURAINE, A. 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Die Schl\u00fcsselakteure f\u00fcr demokratische Resilienz sind bewusste, starke, gemeinwohlorientierte und an politischer Wirkung interessierte unabh\u00e4ngige Organisationen. 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