Neue Räume für Demokratie

Die demokratische Gesellschaft hängt von pluraler Öffentlichkeit und von freien Räumen ab. Eine funktionierende Zivilgesellschaft eröffnet Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten, sich kulturell und politisch frei auszudrücken. Ihre Räume ermöglichen den Einzelnen ihre Selbstwirksamkeit als freie Menschen zu erfahren, indem sie gemeinsam mit anderen erfolgreich am öffentlichen Leben teilhaben und ihre Interessen und Visionen in Diskussionsforum und Entscheidungsprozessen einbringen. Die demokratische Kultur (civic culture) ist Voraussetzung und Ergebnis dieses lebendigen Geflechts von Einzelnen, Institutionen und Entscheidungsstrukturen.

Demokratische Resilienz

Demokratische Resilienz (civil resilience) bezeichnet die Widerstandskraft und Stärke demokratischer Zivilgesellschaft, Wandel herbeizuführen. Somit kann sie auch als ein Schlüsselindikator zur Beschreibung der spezifischen politischen Kultur einer Gesellschaft angesehen werden. Desweiteren beschreibt Demokratische Resilienz die Fähigkeit konkreter Organisationen, demokratische Prinzipien, Haltungen und Prozesse einerseits zu internalisieren und andererseits zu teilen.

Demokratische Resilienz beschreibt die auf der Praxis Vieler beruhende Widerstandskraft von Zivilgesellschaft und ihre Stärke, sozialen Wandel voranzutreiben.

Resiliente zivilgesellschaftliche Organisationen ermöglichen die demokratische Resilienz der Einzelnen und dass diese mit ihrer Hilfe zu sozialer Innovation und demokratischer Veränderung beitragen können. Ausgangspunkt dafür ist die Befähigung einzelner Bürgerinnen und Bürger, sich öffentlich zu äußern, sowie sich proaktiv und zielgerichtet in Organisationen der Bürgerinnen und Bürger einbringen zu können.

Demokratische Resilienz beschreibt die Fähigkeiten einer Organisation, demokratische Prinzipien, Prozesse und Haltungen in einem Umfeld gesellschaftlicher Veränderung aufzunehmen und zu teilen. Sie drückt aus, wie Organisationen die demokratische politische Kultur mitgestalten.

Demokratische Räume

Demokratische Resilienz beginnt mit den Kompetenzen zu Initiative und Engagement (civic competencies) und formiert sich in zivilgesellschaftlichen Organisationen und der Öffentlichkeit. Als Impulsgeber für soziale Innovation dient sie besonders denjenigen unter den NGOs, die an den Schnittstellen zu den anderen gesellschaftlichen Teilsystemen verortet sind und so Wirkung über den eigenen Radius hinaus entfalten.

Der Weg demokratischen Wandels führt über die Überschneidungsflächen mit anderen sozialen Akteuren und Teilsystemen, angeregt durch hybride Akteure und cross-sektoralen Austausch.

Aus dieser Perspektive können neue Räume für den (cross-sektoralen) Dialog, für das Lernen und für die Organisationsentwicklung einen Beitrag leisten, dass demokratische Akteure, soziale Innovation und die europäische Zivilgesellschaft insgesamt gestärkt werden.

Zivilgesellschaftliche Organisationen machen demokratische Praxis erlebbar und schaffen Räume für demokratische Öffentlichkeit.

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